Gicht – Hyperurikämie


Bei Gicht oder auch Hyperurikämie (griech.: zu viel Harnsäure im Blut) handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit, bei der es zu einer Störung des Purinstoffwechsels kommt.

Purine werden durch die Nahrung aufgenommen und im Körper zu Harnsäure umgewandelt und durch die Nieren und den Darm ausgeschieden. Aufgrund von Funktionsstörungen der Nieren, genetische Defekte oder einer stark purinreichen Ernährung (Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Innereien, Bier, Hülsenfrüchte) kann es dazu kommen, dass nicht genügend Harnsäure ausgeschieden wird und diese sich im Blut ansammelt. Die Folge davon sind Ablagerungen von Harnsäurekristallen im Gewebe und den Gelenken, die wiederum Entzündungen und starke Schmerzen hervorrufen. Ab einer Harnsäurekonzentration von 6,5 ml/dl Blut spricht man von Gicht. Überwiegend Männer im mittleren Alter sind von dieser Erkrankung betroffen.

Gicht tritt meist in Schüben auf, die entweder akut oder von chronischer Natur sind. Durch Medikamente und eine entsprechend angepasste Ernährung kann der Harnsäurespiegel jedoch beeinflusst werden. Bei einem „akuten“ Gichtanfall kommt es zu einer schmerzhaften, geröteten Entzündung eines Gelenkes (meist Großzehengrundgelenk). Das Gelenk schwillt an und wird sehr warm. Bei unbehandelter Gicht über lange Zeit kommt es zu einer Ablagerung der Harnsäurekristalle (Gichtknoten) in den Organen (meist der Niere), was zu Folgeschäden führen kann, hierbei spricht man von „chronischer“ Gicht.

Besonders wenn bereits ein Fall von Gicht in der Familie bekannt ist, sollte man hin und wieder den Harnsäuregehalt im Blut überprüfen lassen. Wird Gicht diagnostiziert, so kann man die Gichtanfälle eindämmen, indem man z.B. eine purinarme Diät einhält und purinreiche Genussmittel reduziert. Außerdem sollte man stets viel trinken, mindestens 2 Liter Mineralwasser täglich, um Nierenablagerungen vorzubeugen. In vielen Fällen hilft auch eine Gewichtsreduktion, jedoch wird von Radikalkuren abgeraten, da diese ebenfalls Gichtanfälle auslösen können.

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